Wie man mit dem Schmerz der Trauer umgeht

Alan Mateus Rosseto
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18.03.2025 | Dienstag | 15:25 Uhr

Zweifellos ist einer der schwierigsten Momente des Lebens auf der Erde der Umgang mit dem Tod oder, wie die Religion Gottes, Christi und des Heiligen Geistes erklärt, mit der Rückkehr eines uns sehr nahestehenden Menschen in die Geistige Welt.

Der Schmerz der Trauer kann oft unerträglich erscheinen, und das Leben mit der Sehnsucht nach dem geliebten Menschen und dem Gefühl seiner Abwesenheit im täglichen Leben kann eine große Herausforderung darstellen.

Doch wenn Sie selbst gerade diesen Schmerz der Trauer erfahren, lassen Sie sich von diesen Worten begleiten. Oder vielleicht kennen Sie jemanden, der Trost und Verständnis in dieser schwierigen Zeit braucht, dann teilen Sie diese Botschaft mit ihm, sie können eine große Hilfe sein. Die Religion des Dritten Jahrtausends steht Ihnen zur Seite und bietet die Unterstützung, die Sie in dieser Zeit brauchen.

Wir möchten Ihnen die Möglichkeiten und Perspektiven aufzeigen, die auf den Lehren Jesu und der Ökumenischen Spiritualität beruhen, um Ihr Herz zu stärken und Ihnen eine neue Sichtweise auf diesen Moment zu eröffnen.

Der Schriftsteller Paiva Netto, Vorsitzender und Prediger der Göttlichen Religion, gibt in seinem Blog (paivanetto.com/de) wertvolle Einsichten dazu:

„Das große Geheimnis des Lebens besteht darin, das Leben zu lieben und zu wissen, wie man sich im richtigen, von Gott bestimmten Moment auf den Tod oder das Ewige Leben vorbereitet.“

Wir rufen in brüderlicher Verbundenheit dazu auf, jeden Tag das Beste aus unserer irdischen Erfahrung zu machen, ohne dabei zu vergessen, dass das Leben nach dem Tod weitergeht. Vielmehr setzt sich unsere Reise in der Ewigkeit fort – eine Erkenntnis, die uns weder Angst noch Unruhe bereiten sollte, sondern vielmehr Frieden und Vertrauen schenkt.

Auch Fachleute aus dem Gesundheitswesen bestätigen, wie wichtig es ist, bereits zu Lebzeiten mit Familie und Freunden über den Tod zu sprechen. Dies hilft dabei, den Schmerz der Trauer später besser zu bewältigen.

Der Schmerz der Trauer und der Dialog

Dies sind die Worte der Psychologin Karen Scavacini, Gründerin, Mitbegründerin, Koordinatorin und technische Leiterin des Vita Alere Instituts für Suizidprävention und Unterstützung von Hinterbliebenen nach einem Suizid.

„Trauer ist ein gesunder und grundlegender Prozess, um das eigene Leben nach einem Verlust neu zu gestalten. Viele Menschen denken, man sollte nicht trauern oder dass Trauer nur eine Phase ist, die irgendwann endet. Trauer hat biopsychosoziale Auswirkungen, d. h. sie wirkt sich körperlich, emotional sowie auf die Menschen aus, die mit Ihnen zusammenleben. Die Welt, die Sie mit diesem Menschen geteilt haben, gibt es nicht mehr. Der Verlust betrifft daher nicht nur die Person selbst, sondern auch all die gemeinsamen Pläne, die Zukunft, die Sie sich mit ihr vorgestellt haben, und die Erinnerungen an alles, was Sie miteinander erlebt haben. Die Erinnerungen bleiben natürlich bestehen. Man erkennt, dass die Trauer ihren Lauf genommen hat, wenn der Schmerz allmählich in Sehnsucht übergeht. Wir werden die geliebte Person immer vermissen, doch das tiefe Leid, das uns anfangs überwältigt, wird mit der Zeit nachlassen. Das ist der Weg der Trauer: Man muss den Verlust annehmen, sich an die neue Realität anpassen und das eigene Leben neu ordnen – doch die Sehnsucht nach dem geliebten Menschen bleibt bestehen. Es geht nicht darum, zu vergessen, ganz und gar nicht. Es ist wichtig, dass man sich an die Personen erinnert und Geschichten über sie erzählt, denn sie verbleiben in der Familie, sie verbleiben bei den Menschen, die noch am Leben sind, aber auf eine andere Art und Weise, nämlich durch die Erinnerung. Wenn wir also aufhören, über sie zu sprechen und auch denken, dass wir nicht darüber sprechen können, dann schaffen wir ein Tabu innerhalb der Familie. (…)  Wie jemand auf Trauer reagiert, hängt von vielen individuellen Faktoren ab: Ist es das erste Mal, dass er einen Verlust erlebt? Wie alt ist er? War es ein plötzlicher Unfall oder eine lange Krankheit? Wie eng war die Beziehung zur verstorbenen Person? Und welche Vorstellung hat er vom Leben nach dem Tod? All diese Aspekte prägen die Persönlichkeit und machen den Trauerprozess zu einer ganz persönlichen, einzigartigen Erfahrung. Jeder Mensch trauert auf seine eigene Weise: Der Vater geht anders mit dem Verlust um als die Mutter, und auch der Bruder hat seine ganz persönliche Art, den Schmerz zu verarbeiten. Manchmal kann das in einer Familie zu Spannungen führen – wenn jemand glaubt, es gäbe eine „richtige“ Art zu trauern, oder wenn erwartet wird, dass alle den Schmerz auf dieselbe Weise ausdrücken ..., wir aber müssen verstehen, dass sich die Trauer auf unterschiedliche Weise ausdrückt, und das muss respektiert werden.“

Deshalb ist es wichtig, über dieses Thema zu sprechen. Falls Sie bisher noch nicht die Gelegenheit hatten, mit Ihrer Familie, Ihren Freunden und Angehörigen über das Thema zu sprechen und sie so besser auf die schwierige Realität eines Verlustes vorzubereiten, sollten Sie wissen, dass es Möglichkeiten gibt, den Schmerz der Trauer zu lindern.

Wir möchten vor allem drei Beispiele nennen:

1. Bewusstwerden der Ewigkeit des Lebens

Gottes Christus sprach zur Frau aus Samarien am Jakobsbrunnen in seinem Heiligen Evangelium nach Johannes 4:24 „Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ und in Genesis 1:27 sagte er „Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn“.

Wir sind also von Gott als Ewige Geistwesen geschaffen worden. Unser irdisches Dasein dient der Weiterentwicklung auf dem Weg zu unserem Himmlischen Vater. Durch verschiedene Inkarnationen machen wir Fortschritte, doch unsere wahre Heimat bleibt die Geistige Welt.

Das Bewusstsein über diese Realität hilft uns nicht nur, ein brüderlicheres und mit dem Guten verbundenes Leben zu führen, sondern auch mit der Trauer besser umzugehen, wenn wir mit der Rückkehr eines geliebten Menschen in die Geistige Heimat konfrontiert werden.

Im Heiligen Evangelium von Gottes Christus lehrt der Göttliche Meister nach Johannes 14:2: „In meines Vaters Hause gibt es viele Wohnungen. Wenn‘s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt. Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten.“ Damit bestätigt er die Fortsetzung des Lebens nach dem Tod und den Empfang, den Er zusammen mit den himmlischen Lichtwesen jenen, die wir so sehr lieben, im Himmel auf Erden bereiten wird. Deshalb wird es ihnen und uns in den schwierigen Momenten der Trauer nicht an Göttlicher Unterstützung fehlen.

In dem Buch Die Toten sterben nicht von Paiva Netto wird auf Seite 152 von den Wiedervereinigungen in der Welt der Wahrheit gesprochen, wenn wir unsere Zeit auf der Erde wertschätzen und unsere Mission erfüllen:

„Es ist ein wahrhaftiges Wiedersehen mit den verkörperten Wesen, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt in die Welt der Wahrheit zurückkehren. Dort gelangen sie in jene Regionen, mit denen sie spirituell im Einklang stehen, und sie durchleben dann eine Phase der Anpassung. Alles ist Anziehungskraft. Sie erinnern sich an die Gebräuche ihrer wahren Heimat, sie geben ihre Erfahrungen und Handlungen weiter, während sie in die Hülle des Körpers gekleidet waren, sie berichten über die Geschehnisse auf der Erde oder empfangen sogar Nachrichten von ihren Liebsten, die bereits in der Geistigen Welt sind.“

2. Die Kraft des Gebets

Das Gebet ist eine der unmittelbarsten Verbindungen zur Geistigen Welt. Es bringt uns Gott, Jesus und der Gesegneten Spiritualität näher, so dass wir die Unterstützung erhalten können, die wir benötigen, um den Schmerz der Trauer zu bewältigen.

Sie fördert auch, durch die Kraft der Liebe und des aufrichtigen Gedankens, eine Beziehung der Zuneigung, der Fürsorge und des Schutzes mit geliebten Menschen, die ihre evolutionäre Reise auf einer anderen Ebene fortsetzen.

In dem Buch Die Toten sterben nicht beschreibt der Schriftsteller Paiva Netto auf Seite 58, wie das Gebet nicht nur ein praktisches Mittel ist, um mehr über die Ewigkeit des Lebens zu erfahren, sondern uns auch hilft, in dieses Universum einzutauchen und uns von möglichen Ängsten vor dem Tod zu befreien. Wir betonen:

„(...) Es ist daher klug, keine Angst davor zu haben. Zudem vertreibt das Gebet die Angst, es öffnet unser Bewusstsein für die Ewigkeit des Lebens. Schon das Beten selbst bedeutet, sich einem Höheren Wesen anzuvertrauen, das über das hinausgeht, was wir als Tod begreifen.“

Das Gebet hilft, die Angst zu vertreiben. Deshalb laden wir Sie ein, immer dann zu beten, wenn Sie es brauchen, denn das Gebet schenkt Kraft, Ausdauer, Trost und Mut.

Wenn Sie sich in einer Situation befinden, in der Sie „keine Kraft zum Beten haben oder Ihre quälenden Gedanken nicht beruhigen können, Sie sich schwach fühlen, um weiterzumachen, Sie sich verlassen fühlen“, dann bitten Sie ein Familienmitglied, einen engen Freund oder einen geliebten Menschen um Hilfe.

+ Tragen Sie die Namen der geliebten Menschen in das Gebetbuch ein.

Des Weiteren berichtet der Schriftsteller Paiva Netto in dem Buch Die Toten sterben nicht auf Seite 79 unter dem Untertitel „Tag der Lebenden“ über seine Erfahrung im Zusammenhang mit dem Gebet, als seine geliebten Eltern und seine Schwester in die Heimat der Wahrheit zurückkehrten:

„Als meine geliebten Eltern, Idalina Cecília de Paiva (1913-1994) und Bruno Simões de Paiva (1911-2000), und meine innig geliebte Schwester, Lícia Margarida de Paiva (1942-2010), verstarben, war mein Herz von tiefem Schmerz erfüllt. Doch ich begann sofort, ein bewegendes Gespräch mit dem Schöpfer anzustimmen, das meine Sehnsucht linderte und ihnen Botschaften des Friedens und der Dankbarkeit übermittelte. Schon bald spürte ich: Sie leben weiter, denn die Toten sterben nicht! Ich sage oft: Wenn man betet, atmet die Seele und unser geistiges sowie menschliches Dasein wird bereichert. Beten ist wichtig, um den Horizont des Herzens zu klären.“

Indem Bruder Paiva seine persönliche Erfahrung mit dem Gebet zu Jesus nach dem Tod eines geliebten Menschen schildert, hebt er die Bedeutung des Gebets als einen Weg hervor, in den widrigen Momenten des Lebens die Kraft und den Beistand der Göttlichen Vorsehung zu empfangen, um den Schmerz der Trauer bewältigen und überwinden zu können.

3. Die schönen Erinnerungen bewahren

Sich an die guten Zeiten mit dem Verstorbenen zu erinnern, kann helfen, den Schmerz der Trauer zu lindern.

Diese wertvollen Momente bleiben für immer im Herzen – sowohl bei denen, die gegangen sind, als auch bei denen, die auf der Erde zurückbleiben. Sie zeigen, wie die Liebe und die Verbundenheit gewachsen sind, während die schwierigen Situationen, die eher mit den letzten Momenten des geliebten Menschen in der materiellen Welt verbunden sind, allmählich in den Hintergrund treten und mit der Zeit verblassen.

„Der Tod ist ein natürlicher Teil des Lebens und erfordert Anpassungen sowohl für jene, die auf die Geistige Ebene zurückkehren, als auch für jene, die auf der Erde bleiben. Die Sehnsucht besteht auf beiden Seiten, denn die Bande der Brüderlichen Liebe verbinden die Seelen. Trauer ist ein Prozess, der respektiert werden muss, sie ist zutiefst menschlich. In dieser Zeit brauchen Menschen Verständnis und Unterstützung, damit sie sich nicht allein fühlen. Wir raten den Menschen jedoch immer von Herzen, sich nicht in traurigen Gedanken zu verlieren, denn diese Schwingungen wirken sich auch auf den Geist aus, der  sich in einer Phase der Erholung befindet, wobei er weitaus empfänglicher ist für das, was ihnen übermittelt wird.“ (Quelle: Die Toten sterben nicht, Seite 390).

Selbst wenn die Rückkehr in die Welt der Wahrheit durch Selbstmord erfolgt, wird dadurch „niemandes Schmerz beendet“, wie der verstorbene Bruder Alziro Zarur (1914-1979) versicherte. Eine solche übereilte Entscheidung bringt dem Geist großes Leid, da er vor seiner vorgesehenen Zeit in die Geistige Heimat zurückkehrt. Für die, die auf der Erde verbleiben und mit dem Verlust eines geliebten Menschen unter solchen Umständen umgehen müssen, ist es ebenso wichtig, sich an die guten Zeiten zu erinnern, die sie mit der betreffenden Person verbracht haben, wie die Psychologin Gabriela Gehlen in einem Interview in der Sendung Leben ist besser! bei Guter Wille TV erklärt:

„Hinterbliebene eines Menschen, der durch Selbstmord aus dem Leben geschieden ist, müssen zu dem Menschen zurückgebracht werden, den sie verloren haben. Es ist wichtig, dass die Erinnerung an die Person selbst wieder in den Vordergrund rückt – ihre Lebensgeschichte, ihre Einzigartigkeit, die Spuren, die sie in den Herzen anderer hinterlassen hat. Das kann geschehen, indem man Geschichten erzählt, Erinnerungen teilt und sich fragt, welche Facetten man vielleicht noch nicht kannte. In unserer Klinik stellen wir ein Lebenszertifikat aus, das das Gewicht eines Totenscheins aufwiegt. Und das kann jeder, auch die Hinterbliebenen, denn es ist ein einfaches Stück Papier, auf dem wir alles festhalten, woran wir uns erinnern, was Teil des Lebens dieser Person war: ein typischer Satz, den die Person immer wieder gesagt hat, etwas, das sie zum Lachen gebracht hat, ihre Lieblingsmusik, ein Lieblingsort. Und warum? Weil es wichtig ist, den Menschen als Individuum in Erinnerung zu behalten – nicht nur durch die Art und Weise, wie er gestorben ist. Und was sagt man jemandem, der einen geliebten Menschen durch Selbstmord oder auf andere Weise verloren hat? ‚Ich bin da. Wenn du reden willst, bin ich da; wenn du Hilfe brauchst, bin ich da; wenn du etwas Zeit brauchst, bin ich da und warte‘. Denn vorgefertigte Sätze können oft nicht das ausdrücken, was wirklich zählt, es könnte nicht glaubhaft klingen. Je nachdem, wie nahe man sich steht, kann man die Person umarmen und sagen: ‚Ich bin da, und ich stehe das mit dir durch.‘ Aber man muss auch wirklich da sein und der Person zuhören.“

Wir hoffen, dass Ihnen diese drei Vorschläge – das Bewusstsein für die Ewigkeit des Lebens, das Gebet, und die bewusste Erinnerung an schöne gemeinsame Momente, helfen, mit dem Schmerz der Trauer bewusster umzugehen und inneren Frieden zu finden.

Neben der spirituellen Unterstützung ist es ebenso wichtig, sich bei Bedarf auch psychologische Hilfe zu holen, besonders wenn die Trauer über einen längeren Zeitraum anhält und es schwerfällt, allmählich wieder in den Alltag zurückzufinden.

Für Menschen, die einen Selbstmord zu beklagen haben, ist es umso wichtiger, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen, besonders dann, wenn ihr soziales Umfeld nicht genügend Halt bietet und sie sich in ihrem Schmerz allein und isoliert fühlen.

Wir erinnern an die Worte, die unser spiritueller Freund Dr. Bezerra de Menezes in der Weltrevolution der Geister des Lichts, in der Vierten Offenbarung, der Göttlichen Religion, in einer spirituellen Botschaft am 29. Oktober 2005, mit uns teilte:

„Entfacht durch die Kraft erbaulicher Werke die wahren Lichter, die wie mächtige Leuchtfeuer sind, sie steigen von der irdischen Sphäre empor zu jenen, die bereits in der Geistigen Welt erstrahlen. Das ist es, was wir von euch erwarten. Wir verstehen das Gefühl der Sehnsucht. Doch statt zu weinen, tut Gutes!“

Möge Ihr Herz Frieden und Kraft finden!

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